Selbstverständnis

Unabhängiger Refugee-Rechtshilfe-Fond (URRF)

[english version below]

Organisationen wie Caritas oder Amnesty International zählen zu den regulären Flüchlingshilfe-Fonds. Sie unterstützen Refugees finanziell bei gerichtlichen Prozessen bezüglich ihres Asylverfahrens, zum Teil aber auch bei alltäglichem Bedarf. Diese Fonds haben meist strenge Auswahlkriterien (z.B. Geldmittelgenehmigung nur bei absehbar positivem Verlauf des gerichtlichen Verfahrens) und decken oft nur einen kleinen Betrag des Gesamten ab (z.B. 150 € für anwaltliche Erstberatung). Andere Initiativen oder Projekte wie die Refugee Law Clinic oder der Infobus vom Initiativkreis: Menschen.Würdig bieten unter anderem auch kostenlose Rechtsberatung, Begleitung zu Anwält_innen und Gericht an, können die Geflüchteten aber nicht, oder nur bedingt, mit kleinen finanziellen Mitteln unterstützen (verbunden mit enormen Mehraufwand).
Kann Prozesskostenhilfe (PKH) auf Grund bestehender, teils menschenunwürdiger Gesetze nicht geboten werden, erhöhen sich die Anwaltskosten unerwartet oder wird ein Verfahren in nächst höherer gerichtlicher Instanz eingeleitet, greifen bestehende Fonds nicht, bedingt oder sehr selten. Auch gab es Fälle, bei denen PKH erst genehmigt, dann aber kurz vor der gerichtlichen Anhörung verweigert wurde. Oft muss dann ein z.T. erheblicher Geldbetrag in kurzer Zeit dargeboten werden, um den Asylbewerber_innen durch verfahrensrechtlichen Weg eine Chance auf ein menschenwürdiges Leben zu bieten. Immer wieder sind bestehende Fonds für den Einzelfall zu diesem Zeitpunkt bereits „ausgeschöpft“.
Hier soll der unabhängige Refugee-Rechtshilfe-Fond greifen, der dann vor allem kurzfristig Geldmittel für Anwalts- und/oder Verfahrenskosten bereitstellt.
Wir sind eine kleine Gruppe aus Mitarbeiter_innen der über die Stadt Leipzig verwalteten Flüchtlingshilfe und unabhängigen Unterstützer_innen. Genauer hat sich die Gruppe um das Projekt „Haus Eythstraße“ der SZL Suchtzentrum gGmbH gebildet, das als eines der wenigen Projekte Deutschlands Refugees mit vor allem Suchtmittelabhängigkeiten, aber auch psychischen Problemen durch intensivere Betreuung als in den herkömmlichen Unterbringungen unterstützt und sie auf dem Weg begleitet, eine eigene Wohnung und ein würdiges Leben einrichten zu können.
Die berufliche Tätigkeit einzelner Mitglieder dieser Initiative bei der städtisch verwalteten Flüchtlingshilfe sichert einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu wichtigen Netzwerkpartner_innen. Allen voran zu Sozialbetreuer_innen und Heimleiter_innen anderer Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge und weiteren Hilfsangeboten. Über diese Kontakte sind wir für Geflüchtete ansprechbar.
Wir wollen Refugees mit Veranstaltungen und der Organisation des Fonds Raum für Selbstermächtigung geben und Kontaktmöglichkeiten stellen, sie einbeziehen und ihre Ausgliederung aus dieser Gesellschaft brechen. Durch bevorstehende Veranstaltungen möchten wir nicht nur Aufmerksamkeit für die Thematik wecken und halten, Unterstützer_innen und Geld bekommen: Wir erhoffen uns, konkret Hilfe zu leisten und die Personen zu unterstützen, die wir unterstützen können. Unser Prozess ist transparent und privat organisiert.
Trotz der Gründung nah am genannten Projekt der SZL Suchtzentrum gGmbH, ist der Refugee-Rechtshilfe-Fond nicht institutionell gebunden und unabhängig organisiert.
Bei Rückfragen und Interesse:

Organisator_innen Co (unabhängig), Paul (Mitarbeiter des SZL Suchtzentrum gGmbH).
Email: derurrf@gmail.com

Leipzig, den 29.04.2015

Independent Refugee-Legal-Assistance-Fund (URRF)

Established organizations such as Amnesty International or the German Caritas do offer financial aid for refugees. They support refugees during residency and asylum lawsuits and partly even in their everyday life. But due to their structure, these funds can have very high requirements for applicants (such as an expected positive outcome of a legal battle) and only cover parts of the expected costs (for example 150 € for initial attorney consultation). Other Initiatives, such as the Refugee Law Clinic, or the Infobus – organized by “Initiativkreis: Menschen.Würdig” – offer free legal consultation or accompany refugees to lawyers and the court, but they do not have the possibility to support the refugees financially. (The small amount they might be able to offer involved, quite often, a disproportionate amount of bureaucratic work).
And if the legal aid (Prozesskostenhilfe) is not paid paid – due to an inhumane legislative environment -; If the cost for a lawyer is suddenly going up, or the case is going to a higher instance, the costs are not covered by any established fund at all. There even had been cases in which the state approved its legal aid, only to cancel it short before the actual court day. In these cases, the refugees have to pay a fairly big amount of money in a very short time, in order to keep the case going. And the way through the court is quite often the only way for refugees to fight for a life in dignity but the financial resources needed for this way are extremely limited and quickly “exhausted”.
It is this gap that the Independent Refugee-Legal-Assistance-Fund aims to fill. The main function will be to offer short term financial resources for lawyer and court fees.
We are a small group that consists of staff-members from the “Flüchtlingshilfe” of the city of Leipzig as well as some independent supporters. The project developed around the „Haus Eythstraße“ founded by the organization “SZL Suchtzentrum”. It is one of the few places in Germany that intensively works with refugees with addictions and other psychological problems to help them to find their way back into a life in dignity and independence. The employment of some of our members in the cities “Flüchtlingshilfe” guaranties quick and unbureaucratic access to a bigger network. Especially to social-workers and directors of the refugee shelters, which allows a good availability for refugees affected by a lack of financial support.
With organization and structure of the fund, we want to create space for self-empowerment for the refugees, we want to organize in a constant dialogue and we want to break the isolation the refugees are forced into. With the upcoming events we do not only hope to call public attention to the problems and to get supporters and money givers, we also hope to be able to offer concrete help and to support people where support is needed. Our activities are transparent and organized privately. Despite our close connections to the “Haus Eythstraße” and the “Flüchtlingshilfe” we are not institutionally bonded to any of these organizations and therefor work as an independent organization.
For questions and requests, please contact:

Co (independent), Paul (staff-memeber at SZL Suchtzentrum gGmbH).
Email: derurrf@gmail.com

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